Amazon Dash Review

Amazon Dash Review

Unser CTO sucht und testet für Sie die Trends –  Amazon Dash Wand Kennen Sie schon Amazons neueste Pläne im…

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Unser CTO sucht und testet für Sie die Trends –  Amazon Dash Wand

Kennen Sie schon Amazons neueste Pläne im Rahmen von Internet of Things (ioT)? Dies beinhaltet nicht nur Amazon Alexa Software und Hardware, sondern eben auch die Amazon Dash Buttons und das neueste Produkt den Amazon Dash Wand. Wir haben ein wenig mit dem Amazon Dash Wand herumgespielt und möchten in diesem Artikel eine Art Überblick und Review geben:

Der Dash Wand ist ein kleines, eigenständiges Gerät um Produkte zu scannen, theoretisch ein Barcode-Scanner, praktisch kann der Dash Wand mehr. Begriffserklärung: „wand, engl. Zauberstab“.

Zur Zeit ist das Produkt nur in Amerika erhältlich, kostet dort USD 20, was als Preis-/Leistungsverhältnis schon fair scheint, zusätzlich aber von Amazon dort als „Kredit“ verbucht wird, d.h. zahlt man die USD 20, erhält man diese Summe für zukünftige Käufe gut geschrieben.

 

 

Was ist das Spannende an einem Amazon Barcode Scanner

Barcode Scanner gibt es seit den 90er Jahren für günstige Preise, damals allerdings immer stationär oder als Handgerät mit Kabel. Die Technologie ist seit den 2000er Jahren vorhanden dies auch kabellos zu realisieren, in den Supermärkten aber eigentlich fast immer praktischer wenn stationär an den Kassen. Die neuesten Schweiz weiten Versuche mit Selfcheck-Out gibt es je nach Supermarkt Kette auch schon tragbar, aber auch hier ist bei den Kunden stationär beliebter. Dennoch sind die Mobilgeräte sinnvoll, denn dann scannt der Kunde nicht erst an der Kasse, sondern schon früher, direkt am Regal.

Dennoch hat sich Amazon eine Menge Aufwand gemacht um einen besonders mobilen Barcode-Scanner zu entwickeln, aber wozu?

Damit wir alle noch früher scannen! Nicht beim Verlassen des Supermarktes, nicht schon am Regal, auch nicht schon beim betreten des Supermarktes; sondern direkt in unserer eigenen Küche. Mit dem Ziel dass wir eben gar nicht mehr aus dem Haus, respektive in den Supermarkt müssen, sondern Amazon uns das gescannte  liefern darf.


Wo und wann scannt man

Dash ist Amazons „Markenname“ für ihre Buttons mit denen man von zuhause aus bestellen kann. Dabei ist jeweils ein Produkt fix in einen Button programmiert. Aus der Sicht eines flexiblen, modernen Smartphone-Users total unflexibel. Aus der Sicht eines Vereinfachungen suchenden älteren Menschen, ganz schön clever.

Mit Notebook, Tablet oder Smartphone kann man natülrich schon lange Dinge bei Amazon bestellen, aber der meiste Umsatz ist natürlich mit unserer alltäglichen Nahrung zu machen. Food und Convenience Food Delivery ist also Amazons nächstes grosses Ziel. Und da ist der Dash Wand nun die Idee, dass man mit einem Barcode-Scanner direkt in der Küche scannen kann.

Sobald man also ein Lebensmittel verbraucht, sprich das Mehl beim Backen, die Tiefkühlpizza oder den Chardonnay, scannt man schnell mit dem Dash Wand den Barcode, bevor die Verpackung in den Abfall wandert.


Theoretisch ein super Produkt

Der Dash Wand ist etwa so gross und schwer wie eine kleine Taschenlampe. Er liegt super in der Hand, mit einem gutem Gewicht, er fühlt sich damit wertig an und hat ein paar schlaue Tricks: Er hat eine rutschfeste Gummierung (für nasse Küchen-Hände). Er ist magnetisch, so dass man ihn an irgend ein Metall in der Küche (z.B. der Nichteinbau-Kühlschrank) anheften kann. Oder man hängt ihn an einem mitgelieferten Haken auf. So oder so hat sich Amazon Mühe gegeben, dass man ihn mitten im Küchenleben immer zur Hand hat.

Das einrichten ist simpel: Per Bluetooth connected man ihn auf ein Smartphone, konfiguriert von dort den Dash Wand so, dass er sich von selbst ins hauseigene WiFi einwählt, und mit dem eigenen Amazon Konto verbinden kann. Danach braucht man das Smartphone nicht mehr. Sondern bei jedem Barcode Scannen wird direkt das gescannte Produkt per Internet erkannt und in das eigene Amazon Konto in den Warenkorb hinzugefügt. Ready for Purchase.

Aber halt, Scannen ist nicht alles! Nicht nur Bluetooth und WiFi beherrscht das Gerät, sondern es kann per Mikrophon auch aufnehmen. Damit können wir also, ähnlich einem in den 80ern so hippen Diktaphon per Spracheingabe bestellen. Hier verwendet Amazon die bekannte Alexa Spracherkennung die überraschend zuverlässig mit Schweizer-Standard-Hochdeutsch klar kommt, aber eher nicht mit einer Walisischen oder Welschen Sprache, geschweige denn Walliser Dialekt.


Aber praktisch mehrere schwierige Tücken

Dabei ist es recht frustrierend zu sehen, wie viele Produkte und Barcodes korrekt erkannt werden, dann aber dennoch Amazon sagen muss „dies bieten wir nicht an, versuchen Sie doch folgende ähnliche Produkte“. Bei einem Radiergummi im Büro ist das noch egal, bei Mehl vielleicht auch gerade noch so, aber mir statt der beliebtesten Schweizer Mineralwassersorte ein britisches Mineralwasser anzubieten, macht wenig Sinn.

Das Scanning-Prinzip ist eigentlich sehr robust. Robust ist hier der Fachbegriff für „funktioniert zuverlässig in vielen schwierigen Situationen“. Also wenn der Code verschmutzt oder verbogen ist, wenn die Lichtverhältnisse schlecht sind. Allerdings ist das Scan-Prinzip schon verwirrend. Ich drücke einen Button, ein rotes Laserlicht erscheint um mir beim Zielen zu helfen und der Barcode wird gescannt. Aber halte ich den Button gedrückt? Oder tippe ich ihn nur an? Erkennt der Dash Wand das Antippen und auf den Barcode zeigen als Scann, oder erkennt er keinen Barcode und schaltet somit durch das Antippen in die Spracherkennung via Mikrophon? Sagt mir die freundliche Stimme, dass das Produkt hinzugefügt wurde, oder piepst der Dash Wand „positiv“ um mir zu sagen dass der Scan erfolgreich war. Piepst er „negativ“, oder piepst er auch mal nicht (obwohl der Scan erfolgte).

So oder so führte das zu etwas experimentellem Chaos bei uns Informatikern im Büro. Ich bin mir sicher bei meiner nicht mehr ganz so jungen Mutter führt es eher zur Unbrauchbarkeit des ganzen Produktes. Doof auch, dass ich bei viermaligem Scannen eines Produktes, nicht vier Einträge in meinem Warenkorb habe, sondern korrekt hat Amazon nur einen Eintrag des gleichen Produktes und dort steht dann vier mal bestellen. Das ist gut so wenn ich per Webseite ordere, aber beim Dash Wand führt es eher zum Risiko dass man die (ungewollte) viermalige Bestellung übersieht.


Das eigentliche Problem

Das ist aber alles noch zu verkraften und nimmt uns nicht den Spass an der guten Idee mit fast perfekter Umsetzung. Das eigentliche Problem findet sich bei den Produktebewertungen des Dash Wand durch Amerikanische Kunden auf amazon.com. Denn dort kann man nachlesen, dass die gängigen Produkte vieler Bundesstaaten, selbst Softdrink Sixpacks grosser Marken, nicht von Amazon verkauft werden, sondern von Drittanbietern durch den Amazon Shop. Was uns als Kunde sonst eigentlich egal ist, führt leider in diesem speziellen Fall dazu, dass gerne mal ein Cola Sixpack für USD 25 angeboten wird. Niemand würde das auf der Webseite bei diesem Anbieter auswählen, die Dosen sollten maximal USD 1 pro Stück kosten, das Sixpack günstiger. Aber leider wählt es der magische Dash Wand aus der automatisch das Produkt in den Warenkorb hinzufügt. Dies führt dazu, dass man am Ende doch auf die Webseite muss und mühsam die Produkte einzeln kontrollieren und gegebenenfalls austauschen muss.

Das Kundenfeedback des Produktes ist dann bei amazon.com leider nur bei 3.1 von 5 Sternen (von über 2000 Produktebewertungen). Für Amazon Verhältnisse ein schlechtes Produkt, welches man nicht kaufen „kann“. Selbst billige Stoffwindeln aus China erhalten bessere Bewertungen.

Schade, dass diese eigentlich angenehme und praktische Idee noch nicht ausgereift scheint. Es bleibt spannend, wann Amazon das Produkt für die USA reifen lässt und ob und wann es dann für den Europäischen Markt kommt. Immerhin  funktioniert die Technologie schon auch in Europa (wir haben mit einem Amazon UK und einem Amazon DE Konto getestet), aber man kann den Dash Wand bei uns noch nicht kaufen. Wohl aus gutem Grund?

Daniel Renkel

Leiter Entwicklung

Daniel Renkel arbeitet seit 20 Jahren als Software Engineer. Er hat erfolgreich in Deutschland Informatik studiert und sammelte bei grossen und kleinen Firmen einen breiten Erfahrungsschatz. Bei der Entwicklung von benutzerfreundlichen Büro Anwendungen, Multimedialen Computerspielen, Echtzeit 3D-Simulationen im Bereich Avionics.

Daniel Renkel erstellt für die Kunden von Swiss Smart Media technische Lösungskonzepte und leitet die Entwicklungsabteilung. Als Schnittstelle zwischen unseren Projektleitern und den Entwicklern erarbeitet er die Architektur unserer Software-Projekte und sorgt gemeinsam mit den Entwicklern für eine erfolgreiche Umsetzung.

Seine persönliche Stärken liegen im Konzipieren und Umsetzen von strukturierten User Interfaces, organisatorischen Abläufen, kreativen technischen sowie nichttechnischen Lösungen.

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